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Singhalesisch

Die singhalesische Sprache gehört zu der großen indoeuropäischen Sprachfamilie und ist – neben Tamil – seit 1958 Amtssprache von Sri Lanka. Dort wird Singhalesisch von ca. 16 Millionen Menschen gesprochen, die die größte Ethnie des Landes stellen. Die singhalesische Sprache wird auch als Sinhala bezeichnet und ist nahe verwandt mit dem auf den Malediven gesprochenen Dhivehi. Durch die umgebenen drawidischen Sprachen und dem daraus resultierenden Sprachkontakt hat das Singhalesische nicht nur Lehnwörter aufgenommen, sondern auch Merkmale im Bereich der Syntax und Phonologie integriert.

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Singhalesisch – eigenes Alphabet

Sinhala hat ein eigenes Alphabet, das zu den indischen Schriften gehört. Die Schrift der singhalesischen Sprache ist eine Mischung aus Alphabet- und Silbenschrift. Diese Schrift, Abugida genannt, setzt sich aus einem puren Alphabet und einem gemischten Alphabet zusammen. Das pure Alphabet reicht aus, um das moderne Singhalesisch korrekt zu verschriftlichen, aber das gemischte Alphabet dient dazu, Lehnwörter aus dem Sanskrit oder Pali zu schreiben. Das pure Alphabet umfasst achtzehn Vokaldarstellungen und vierzig Schriftzeichen für Konsonanten, die jeweils mit sechs Vokalzeichen und dreizehn Konsonantendarstellungen aus dem gemischten Alphabet ergänzt werden. Vokale müssen immer in Verbindung mit einem Konsonanten vorkommen, außer wenn sie am Wortanfang stehen. Konsonanten ohne Vokal werden mit einem inhärenten Vokal versehen, der in Form eines Virama dargestellt wird.

Singhalesisch – Merkmale

Das Singhalesische ist eine Pro-Drop-Sprache, was bedeutet, dass Personalpronomen bei Verben optional sind. Gleiches gilt für das Subjekt eines Satzes und die Kopula „sein“. Die Deixes, verbale Zeigegesten, die über Demonstrativa ausgedrückt werden, kennen vier verschiedene Stufen: Von der Angabe „hier beim Sprecher“ über „da beim Angesprochenen“ und „dort im sichtbaren Bereich“ bis zu „dort im nicht mehr sichtbaren Bereich“. Die singhalesische Sprache folgt in der Satzstellung der Abfolge Subjekt-Prädikat-Objekt und kennt keine voll ausgebauten Nebensätze, sondern nur infinite Nebensätze, die mit Verbalpartizipien oder Verbaladjektiven, die dekliniert werden können, gebildet werden. Präpositionen kommen nicht vor, stattdessen werden Postpositionen verwendet. Die singhalesische Sprache ist linksverzweigend: Adjektive stehen vor dem zu beschreibenden Nomen. Mengenangaben und Numerale hingegen stehen hinter dem zu klassifizierenden Nomen. Phonetisch lässt sich folgendes beobachten: Aspirierte Verschlusslaute sind im Laufe der Zeit ebenso verloren gegangen wie Konsonantencluster und Geminaten. Vokale sind kurz; Vokallängen haben ihren Ursprung entweder in Entlehnungen oder resultieren aus Sandhi-Phänomenen, die die Aussprache erleichtern. Lehnwörter aus dem Englischen, Niederländischen und Portugiesischen haben während der Kolonialzeit ihren Weg in die Sprache gefunden.

Singhalesisch – Umgangssprache und Schriftsprache

Die singhalesische Sprache mit ihren großen Unterschieden zwischen Schrift- und Umgangssprache hat zu einer Diglossie geführt. Als Diglossie bezeichnet man die sprachliche Situation einer großen Bevölkerungsgruppe, die zweisprachig in sehr eng miteinander verwandten Sprachen ist. Auch wenn die singhalesische Schriftsprache in allen Medien von Sri Lanka verwendet wird und auch zum Beispiel in den Nachrichten gesprochen wird, ist das umgangssprachliche Singhalesisch die Verkehrssprache des Landes. Das umgangssprachliche Sinhala gehorcht viel stärker als das schriftsprachliche Sinhala dem Ökonomieprinzip und weist daher unter anderem keine flektierten Verben mehr auf, sodass das schriftsprachliche Singhalesisch mit den vollen Verbalendungen von Kindern in der Schule wie eine Fremdsprache erlernt werden muss.
Unsere muttersprachlichen Übersetzer kennen die Besonderheiten der Schriftsprache, sodass Ihre Übersetzung immer einwandfrei und korrekt sein wird.